Landkreis Landshut
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2023 startet H2-Produktion

Pfeffenhausen. Das Knowhow für die grüne Mobilität von morgen soll künftig auch aus dem Landkreis Landshut kommen: Die Marktgemeinde Pfeffenhausen hat vom Bund den Zuschlag als Standort Süd für das nationale Wasserstoff „Innovations- und Technologiezentrum“ bekommen (ITZ) und stellt dafür eine 12,8 Hektar große Fläche zur Verfügung. Bis zu 100 Millionen Euro werden Bund und Freistaat hier in den nächsten Jahren investieren. Start-ups und Hightech-Labore sollen neue Technologien erforschen und zur Marktreife bringen. Und auch der Landkreis Landshut spielt eine Schlüsselrolle: Er beteiligt sich an der grünen Wasserstoff-Produktions- und Betreibergesellschaft HY2B. Schon Mitte bis Ende 2023 soll im Landkreis der Probebetrieb für die Produktion von grünem Wasserstoff anlaufen.

Das H2-Herz beginnt zu schlagen

Dass Pfeffenhausen den Zuschlag bekommen hat, kommt nicht von ungefähr. Die Marktgemeinde liegt unweit der Fabriken und Innovationsschmieden von zwei der größten deutschen Autohersteller: BMW mit Produktionsstätten in München, Regensburg, Landshut und Dingolfing sowie Audi in Ingolstadt. Ein weiterer Vorteil ist die günstige Verkehrsanbindung. Die B299, die die Autobahnen A93 und A92 und damit die großen Produktionsstandorte verbindet, führt direkt an dem Markt vorbei – und der Flughafen München liegt als Tor zur Welt vor der Haustüre.

„Zentrale Drehscheibe für die Wasserstoff-Technik“

„Wir wollen Niederbayern mit seiner jahrzehntewährenden Mobilitätsgeschichte zu einer zentralen Drehscheibe der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik weiterentwickeln“, sagt Landrat Peter Dreier. Deshalb hat sich der Landkreis Landshut bereits 2019 mit den beiden Landkreisen Ebersberg und München zur Modellregion „HyBayern“ zusammengeschlossen. Das gemeinsame Ziel: Für Verkehrsbetriebe im öffentlichen Nahverkehr, Energieversorger, Industrie, Gewerbe und Handwerk soll ein geschlossener Kreislauf aus grüner Wasserstofferzeugung, -verteilung und -nutzung geschaffen werden.

„Geplant ist, dass der Probebetrieb für die Produktion von grünem Wasserstoff im 2. Oder 3. Quartal 2023 anläuft. Die Produktion unter Volllast ist dann spätestens für das Jahr 2024 geplant“, erklärt Ludwig Götz, Wirtschaftsreferent des Landkreises Landshut. Der Groß-Elektrolyseur, der dafür aus Wasser und grüner Energie den Wasserstoff umweltfreundlich erzeugen soll und das Herzstück der Anlage ist, soll angrenzend an das Wasserstoff- Technologie- und Anwenderzentrum (WTAZ) in Pfeffenhausen, wie der ITZ-Standort Süd auch heißt, in den nächsten Monaten installiert werden. „Die Technik dafür ist bereits geordert“, so Ludwig Götz.

Sie haben gemeinsam das Wasserstoffzentrum nach Pfeffenhausen geholt (v.li.): Pfeffenhausens Bürgermeister Florian Hölzl, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bundestagsabgeordneter Florian Oßner und Landrat Peter Dreier.

2024 soll unter Vollast produziert werden

Betreiber der Anlage ist die HY2B Wasserstoff GmbH, deren Gesellschafter unter anderem die Landkreise Landshut und München sind. Von Pfeffenhausen aus sollen dann Wasserstofftankstellen im Umkreis von 200 Kilometern beliefert werden, die insbesonder die Flotten von wasserstoffbussen in Mücnehn und Ebersberg bedienen. Auch für die umweltfreundliche Energie für die Wasserstoffproduktion ist gesorgt: Sie soll aus Windkraftanlagen und vor allem von einer 12 Megawatt starken PV-Anlage am östlichen Ortsrand von Pfeffenhausen kommen. Eigentümer der Anlage ist die BürgerEnergie Niederbayern eG (BEG). Einer 2012 in Essenbach gegründeten Energiegenossenschaft für die Region.

Studie gibt grünes Licht für WTAZ

Derweil geht es auch mit dem Wasserstoff-Technologie-und Anwenderzentrum (WTAZ) in Pfeffenhausen voran. Das ist Teil des Nationalen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff (ITZ) und bildet – neben Hamburg und Bremen (als Standort Nord), Chemnitz (Ost) und Duisburg (West) – den südlichen Standort. „Allen vier Standorten wurde jetzt die grundsätzliche Machbarkeit bestätigt“, sagt Ludwig Götz. Und weiter: „Jetzt geht es darum, die Förderkulisse herzustellen. Nachdem sehr hohe Fördersätze im Gespräch sind, ist daran auch die EU beteiligt. Der Bund stimmt sich gerade mit der EU ab, damit diese finanzielle Unterstützung auch funktioniert bzw. insgesamt mit EU-Recht vereinbar ist.“ Geplant ist, dass jeder Standort mit einer gleich hohen Fördersumme von insgesamt rund 72 Millionen Euro vom Bund für die Entwicklung des ITZ-Standorts ausgestattet wird. Der Freistaat Bayern will den Standort in Pfeffenhausen zusätzlich mit 30 Millionen Euro fördern. Trotz dieser hohen Summen: „Die Machbarkeitsstudie sagt aber auch, dass jeder Standort wohl eigentlich mehr Finanzmittel braucht“, so Götz. Ursprünglich war von der alten Bundesregierung für das WTAZ in Pfeffenhausen noch eine Förderung von insgesamt 100 Millionen Euro angekündigt worden. „Aufgrund der Reduzierung der Mittel muss jetzt eine sinnvolle Priorisierung der Maßnahmen vorgenommen werden. In diesem Prozess stecken wir jetzt gerade“, so Götz.


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